Hyper-V Import
Mit Hyper-V Import übertragen Sie virtuelle Maschinen direkt von einem einzelnen Microsoft-Hyper-V-Host nach eEVOS. Diese Anleitung beschreibt Vorbereitung, Verbindungen, VM-Auswahl, Netzwerkzuordnung, Überwachung und Validierung.
Der allgemeine VM Import Wizard (englische Anleitung) importiert bereits vorhandene VM-Images. Für VMware-Quellen verwenden Sie vSphere Import.
Ergebnis: Ein erfolgreicher Import erstellt eine ausgeschaltete Ziel-VM. Die Quelle bleibt heruntergefahren; ihre ursprünglichen Datenträger bleiben erhalten. Betriebssystem und Anwendungen müssen anschließend separat geprüft werden.
Vorbereitung
- Sie benötigen Administratorzugriff auf eEVOS und den Windows-Hyper-V-Host. Hyper-V-Rolle und PowerShell-Modul müssen dem Windows-Konto zur Verfügung stehen.
- Erstellen Sie eine aktuelle, wiederherstellbare Sicherung. Planen Sie Wartungsfenster, Anwendungsabschaltung, Abnahme und Rückrollverfahren.
- Bereiten Sie ein eingehängtes Ziellaufwerk vor. Reservieren Sie die vollständig provisionierten virtuellen Datenträgerkapazitäten zuzüglich 256 MiB je VM und Betriebsreserve. Die aktuelle Dateigröße eines dünn provisionierten Quelldatenträgers genügt als Schätzung nicht.
- Bei Prüfpunkten (Checkpoints) benötigt der Quellhost zusätzlichen Platz für temporäre eigenständige Datenträgerkopien.
- Bereiten Sie Zielnetzwerke und Switch-Profile vor. Planen Sie bei möglichen Identitätskonflikten einen isolierten ersten Start.
- Prüfen Sie bei TPM-gebundener Verschlüsselung die Wiederherstellungsschlüssel oder bereiten Sie eine Entschlüsselung vor.
Quellhost und Netzwerkzugriff
| Voraussetzung | Prüfung |
|---|---|
| WinRM | Konfigurierter, von eEVOS erreichbarer Listener: normalerweise TCP 5985 für HTTP oder 5986 für HTTPS, sofern kein anderer Port eingerichtet wurde. |
| Datenträgerübertragung | TCP 445, administrative Laufwerksfreigaben wie D$, Datenträgerzugriff des Kontos und SMB-3-Verschlüsselung. |
| Quellpfade | Hostlokale Datenträger- und Arbeitsverzeichnisse. UNC-Quellpfade, SCVMM und automatische Ermittlung des Cluster-Eigentümerknotens werden nicht unterstützt. Verbinden Sie sich mit dem aktuell zuständigen Host. |
Test connection prüft WinRM und Inventarzugriff. Ein erfolgreicher Test bestätigt weder SMB-Datenträgerzugriff noch Zielkapazität, Konvertierung oder Startfähigkeit des Gasts. Im Gast wird kein Migrationsagent benötigt.
Die folgenden Bezeichnungen entsprechen der englischen Benutzeroberfläche. Verfügbare Laufwerke, Netzwerke und Profile hängen von Ihrer Installation ab.
Verbindungen verwalten
- Öffnen Sie VM tools → Hyper-V Import → Manage connections.
- Wählen Sie Add connection. Tragen Sie Verbindungsname, Hostname/IP-Adresse, Windows-Administratorkonto und Kennwort ein.
- Wählen Sie WinRM-Transport und Port. HTTP verwendet NTLM-Nachrichtenverschlüsselung, HTTPS zusätzlich TLS. Verwenden Sie möglichst ein vertrauenswürdiges Zertifikat mit passendem Hostnamen. Lassen Sie Allow an untrusted HTTPS certificate deaktiviert, sofern Sie das nicht vertrauenswürdige Quellzertifikat nicht bewusst akzeptieren möchten.
- Geben Sie für die Aufbereitung von Checkpoints ein hostlokales temporäres Verzeichnis an, beispielsweise
C:\ProgramData\euroNAS\HyperVImport. - Wählen Sie Save connection, markieren Sie den Host und führen Sie Test connection aus.
Gespeicherte Kennwörter sind verschlüsselt und werden in der Liste nicht angezeigt. Lassen Sie beim Bearbeiten das Kennwortfeld leer, um das gespeicherte Kennwort zu behalten. Das Löschen einer Verbindung entfernt nur den Verbindungseintrag, keine Quell-VMs. Während eines aktiven Imports kann dessen Verbindung nicht gelöscht werden.
Import starten
1. Connect – Verbindung herstellen
Wählen Sie in der Übersicht Start Hyper-V Import, wählen Sie den gespeicherten Host und klicken Sie auf Next. Anschließend wird das VM-Inventar eingelesen.
2. Select VMs – VMs auswählen
- Markieren Sie die gewünschten VMs und wählen Sie jeweils das Target drive.
- Prüfen Sie Target name: 1–35 Buchstaben, Ziffern oder Bindestriche. Namen müssen eindeutig sein; vorhandene Ziele werden niemals überschrieben.
- Prüfen Sie Guest OS. Erkannte Metadaten wählen ein Profil vor; andernfalls wählen Sie es manuell. Linux-KVP-Metadaten können insbesondere bei ausgeschalteten Gästen fehlen.
- Lesen Sie bei nicht auswählbaren VMs den angezeigten Grund. Ausgeschaltete und laufende Quellen können erkannt werden; gespeicherte, pausierte und Übergangszustände sind gesperrt.
3. Map networks – Netzwerke zuordnen
Ordnen Sie jedes verwendete Quell-Switch/Access-VLAN-Paar einem eEVOS network oder virtuellen Switch zu. Bei geeigneten Switches können Sie ein kompatibles Switch network profile wählen. Prüfen Sie VLAN und Erreichbarkeit anhand der Zielkonfiguration. Klassische Netzwerke verwenden keine Switch-Profile.
Do not connect (no adapter) lässt die Adapter einer Zuordnung weg. Import without network adapters lässt alle Adapter weg. Zugeordnete Adapter behalten ihre MAC-Adressen; ausgelassene Adapter können später in der VM-Verwaltung ergänzt werden.
4. Review – Prüfen und starten
- Kontrollieren Sie Quell- und Zielnamen, Laufwerke, Gastprofile sowie alle Netzwerk- und Profilzuordnungen.
- Erlauben Sie bei laufenden Quellen ausdrücklich Shut down selected running source VMs gracefully for this import, oder fahren Sie die VMs selbst herunter und lesen Sie das Inventar erneut ein.
- Starten Sie innerhalb des Wartungsfensters mit Start import.
Kein erzwungenes Ausschalten: Laufende Quellen müssen vor der Konvertierung regulär herunterfahren. Gelingt dies nicht, schlägt der Import dieser VM fehl. Halten Sie die Quelle während Konvertierung und Validierung ausgeschaltet und unverändert.
Datenträger werden über verschlüsseltes, schreibgeschütztes SMB konvertiert. Checkpoint-Datenträger werden zuvor auf Hyper-V zu eigenständigen Kopien aufbereitet. Checkpoint-Verlauf und Hyper-V-Laufzeitrichtlinien werden nicht übernommen. Der Import löscht die Quelle nicht und startet das Ziel nicht.
Aufträge überwachen
Die Übersicht zeigt VM, Ziellaufwerk, aktuelle Phase und Ergebnis. Aufträge laufen auch nach dem Schließen des Browsers weiter. Kehren Sie zu Hyper-V Import zurück, verwenden Sie bei Bedarf Refresh und öffnen Sie Job log.
Ein Stapel kann erfolgreiche und fehlgeschlagene VMs enthalten. Prüfen Sie jede Zeile. Prozentangaben beziehen sich auf die aktuelle Phase und sind keine Restzeitprognose. Complete — powered off bestätigt die Konvertierung; Gaststart und Anwendungen sind damit noch nicht validiert. Starten Sie kein Ziel während eines aktiven Imports.
TPM, Verschlüsselung und Secure Boot
Eine gewöhnliche Generation-2-VM mit TPM kann mit einem neuen TPM 2.0 am Ziel importiert werden. Identität, Schlüsselschutzmechanismen und versiegelte Schlüssel des Quell-TPM werden nicht übertragen. Abgeschirmte VMs (Shielded VMs) werden nicht unterstützt.
- Ermitteln Sie verschlüsselte Volumes und andere an das Quell-TPM gebundene Geheimnisse.
- Prüfen Sie Wiederherstellungsschlüssel und Wiederherstellungsverfahren oder entschlüsseln Sie die betroffenen Datenträger vor der Migration.
- Bestätigen Sie für jede betroffene VM Import with a new TPM 2.0. I have prepared recovery keys or removed TPM-bound encryption. Die Zusammenfassung wiederholt den Hinweis.
Der Importer prüft keine Schlüssel, setzt Verschlüsselung nicht aus, entschlüsselt keine Datenträger und bindet den Gast nicht neu an das TPM. Windows-/BitLocker-Wiederherstellung wurde nicht validiert. Der Quellschutz bleibt unverändert.
Der persistente Software-TPM-Zustand wird beim ersten Start initialisiert und gehört in das Sicherungskonzept. Bei unterstütztem gemeinsamem Storage benötigen alle geeigneten Knoten die erforderliche TPM-Laufzeitumgebung. Das Neuerstellen fehlenden TPM-Zustands erzeugt erneut eine andere Identität und stellt versiegelte Schlüssel nicht wieder her. Stellen Sie bei erforderlicher Identitätskontinuität den korrekten Zustand aus einer Sicherung wieder her.
Generation 1 wird auf BIOS abgebildet, Generation 2 auf UEFI. Secure Boot benötigt das Windows-/Secure-Boot-Profil und signierte OVMF-Firmware. Eine allgemeine Konvertierung von Linux-Secure-Boot-Vorlagen wird nicht unterstützt.
Importierte VM validieren und umschalten
- Öffnen Sie nach Abschluss VM Management. Prüfen Sie CPU, Start-Arbeitsspeicher, Firmware, Anzahl und Reihenfolge der Datenträger, Netzwerke und Konsolenzugriff.
- Halten Sie die Quelle ausgeschaltet. Starten Sie das Ziel bei Bedarf zunächst isoliert.
- Prüfen Sie Betriebssystemstart, sämtliche Datenträger, Partitionen, Einhängepunkte, Speicher-/Netzwerktreiber und Anwendungsdaten.
- Prüfen Sie IP-Konfiguration, Routen, DNS, Firewall und Schnittstellennamen. Die übernommene MAC-Adresse garantiert keine identischen Gast-Schnittstellennamen.
- Prüfen Sie Dienste, Datenbanken, geplante Aufgaben, Lizenzen, Zeitsynchronisation und Clientzugriff gemeinsam mit den Anwendungsverantwortlichen.
- Führen Sie erforderliche Verschlüsselungswiederherstellung und TPM-Neubindung nach Ihrem freigegebenen Verfahren durch. Testen Sie bei gemeinsamem Storage auch den Betrieb auf einem anderen geeigneten Knoten.
- Erstellen und prüfen Sie eine neue Zielsicherung. Bewahren Sie die Quelle bis zur fachlichen Abnahme auf.
Fehlerbehebung
| Symptom | Prüfung / Maßnahme |
|---|---|
| Verbindung schlägt fehl | DNS/IP, WinRM-Listener, Transport/Port, Firewall, Windows-Anmeldedaten und Hyper-V-PowerShell-Zugriff prüfen. Vertrauenswürdiges HTTPS-Zertifikat mit passendem Namen verwenden. |
| Verbindungstest erfolgreich, Datenträgerzugriff fehlerhaft | TCP 445, administrative Freigaben, SMB-3-Verschlüsselung und Datenträgerberechtigungen prüfen. |
| VM fehlt oder ist gesperrt | Mit dem aktuellen Eigentümerhost verbinden und angezeigten Grund lesen. Shielding, Replikation, Pass-through-/gemeinsame Datenträger, Trunk-Adapter und nicht unterstützte Energiezustände sind gesperrt. |
| Kapazität oder Checkpoint-Aufbereitung fehlerhaft | Volle virtuelle Datenträgerkapazität plus Reserve, freien Quell-Arbeitsplatz und Berechtigungen prüfen. Keine aktiven Auftragsdateien oder Checkpoint-Eltern entfernen. |
| Nur einzelne VMs erfolgreich | Protokolle je VM prüfen und fehlgeschlagene VMs nach Fehlerbehebung erneut importieren. Erfolgreiche Zielnamen existieren bereits. |
| Ziel startet nicht | Konsolenmeldung, Firmwaremodus, Bootreihenfolge, Gastprofil, Treiber und Verschlüsselungswiederherstellung prüfen. |
| TPM oder Start auf anderem Knoten fehlerhaft | TPM-Hilfsprogramm/Laufzeit, Zustandspfade und Eigentümer, Knotenzugriff, Cluster-Authentifizierung und Storage-Zustand prüfen. |
Der Importer versucht, ein neu angelegtes fehlgeschlagenes Ziel zu bereinigen. Wurde dieses extern gestartet, bleibt es zur Prüfung erhalten. Lesen Sie vor Wiederholung oder Löschung das Protokoll; entfernen Sie VM-Datenträger oder eingehängte Arbeitsverzeichnisse nicht manuell.
Rückrollen und Support
Fahren Sie das Ziel herunter und isolieren Sie es, bevor Sie die Quelle wiederherstellen oder starten. Berücksichtigen Sie seit der Umschaltung am Ziel entstandene Schreibzugriffe; diese fehlen auf der zurückbehaltenen Quelle. Betreiben Sie beide Kopien nicht gleichzeitig mit identischen IP-, MAC- oder Host-Identitäten im Produktionsnetz.
Halten Sie für den Support Quellhost/VM, Zielname/Laufwerk, Zeitpunkt, Phase/Ergebnis je VM, Job-Protokoll und genaue Konsolenmeldung bereit. Nennen Sie Checkpoints, Secure Boot, TPM und Verschlüsselung. Kennwörter und Wiederherstellungsschlüssel gehören nicht in gewöhnliche Protokolle oder Screenshots.
Grundlage: Hyper-V Import Administrator User Guide 1.0, Oktober 2026; Funktionsstand 17. Oktober 2026. Verfügbare Funktionen hängen von der installierten eEVOS-Version ab.