Skip to main content

VM Balancing

Zweck und Zielgruppe. Dieser Leitfaden beschreibt die Überwachung, Planung und Automatisierung der VM-Verteilung in einem eEVOS-Cluster. Er richtet sich an Administratoren, die Lastunterschiede erkennen, Migrationsempfehlungen bewerten und kontrollierte automatische Migrationen einsetzen.

Die Screenshots zeigen die englische Benutzeroberfläche. Angezeigte Namen und Adressen sind Beispiele; verwenden Sie die für Ihre Umgebung festgelegten Werte.

Voraussetzungen

  • Alle Cluster-Knoten müssen erreichbar und zeitlich synchronisiert sein.
  • Cluster-Laufwerke und VM-Netzwerke müssen auf den möglichen Zielknoten verfügbar sein.
  • Live-Migration muss für die betroffenen virtuellen Maschinen unterstützt und getestet sein.
  • Vor Änderungen an Automatisierung und Platzierungsregeln muss ein Rückrollplan vorliegen.

Oberfläche und Cluster-Auslastung

VM-Balancing-Clusterübersicht mit Knotenauslastung und Workload-VerteilungVM-Balancing-Clusterübersicht mit Knotenauslastung und Workload-Verteilung
Clusteransicht: Prüfen Sie Knotenauslastung und Workload-Verteilung, bevor Sie eine Empfehlung berechnen.

Öffnen Sie die VM-Balancing-Ansicht über die Cluster-Verwaltung. Die Übersicht stellt die aktuelle CPU-, Arbeitsspeicher- und VM-Verteilung der Knoten gegenüber. Prüfen Sie zuerst Cluster-Health, aktive Alarme, Wartungszustände und laufende Migrationen. Eine rechnerische Unwucht allein ist noch kein Grund für eine Migration.

Empfehlung berechnen

  1. Wählen Sie den zu analysierenden Cluster.
  2. Starten Sie die Berechnung einer neuen Empfehlung.
  3. Prüfen Sie Quell- und Zielknoten, Ressourcenbedarf, Storage-Erreichbarkeit sowie die erwartete Verbesserung.
  4. Kontrollieren Sie, ob Gruppen-, Affinitäts- oder Anti-Affinitätsregeln betroffen sind.
  5. Führen Sie die Migration nur aus, wenn Zielkapazität und Netzwerkpfad ausreichend sind.

Monitoring-Dienst konfigurieren

Einstellungen für die VM-Balancing-AutomatisierungsrichtlinieEinstellungen für die VM-Balancing-Automatisierungsrichtlinie
Automatisierung: Beginnen Sie mit Empfehlungen und konfigurieren Sie anschließend Zeitpläne, Schwellwerte und Schutzgrenzen.

Der Monitoring-Dienst sammelt die Messwerte, aus denen Empfehlungen entstehen. Legen Sie ein Intervall fest, das auf Laständerungen reagiert, ohne kurzfristige Spitzen überzubewerten. Nach der Aktivierung muss geprüft werden, ob alle Knoten aktuelle Messwerte liefern. Fehlende oder veraltete Daten dürfen nicht als Grundlage für automatische Entscheidungen dienen.

Automatisierungsstufen

  • Deaktiviert: Es werden keine automatischen Aktionen ausgeführt.
  • Empfehlung: eEVOS berechnet Vorschläge; ein Administrator entscheidet über die Ausführung.
  • Automatisch: Zulässige Migrationen können innerhalb der festgelegten Grenzen selbstständig ausgeführt werden.

Beginnen Sie im Empfehlungsmodus. Aktivieren Sie die automatische Ausführung erst nach einer dokumentierten Beobachtungsphase.

Zeitplanung, Empfindlichkeit und Schutzgrenzen

Definieren Sie Wartungsfenster, Mindestverbesserung, Wartezeiten zwischen Migrationen und Obergrenzen für gleichzeitige Aktionen. Verwenden Sie konservative Werte, um Pendelmigrationen zu verhindern. Schließen Sie kritische VMs oder ungeeignete Zeiträume aus und berücksichtigen Sie Backup-, Replikations- und Wartungsjobs.

Gruppen und Platzierungsregeln

VM- und Hostgruppen mit PlatzierungsregelnVM- und Hostgruppen mit Platzierungsregeln
Gruppen und Regeln: Definieren Sie Workload-Gruppen, Hostgruppen und Platzierungsregeln.

Mit Gruppen und Regeln wird die betriebliche Absicht festgelegt: zusammengehörige VMs können gemeinsam platziert, redundante Instanzen getrennt und bestimmte Workloads auf geeignete Knoten begrenzt werden. Regeln müssen eindeutig benannt, begründet und nach Cluster- oder Hardwareänderungen erneut geprüft werden.

Wartungsmigration

Bewertung einer Wartungsmigration im VM BalancingBewertung einer Wartungsmigration im VM Balancing
Wartung: Wählen Sie einen Cluster-Knoten und prüfen Sie den Migrationsplan vor dem Wartungsmodus.
  1. Prüfen Sie Zielkapazität und den Zustand aller Cluster-Laufwerke.
  2. Stoppen oder verschieben Sie kollidierende Backup- und Wartungsaufgaben.
  3. Starten Sie die Wartungsmigration für den betreffenden Knoten.
  4. Beobachten Sie jede VM bis zum Abschluss und prüfen Sie Netzwerk sowie Applikationszustand.
  5. Versetzen Sie den Knoten erst danach in Wartung.

Troubleshooting

  • Keine Empfehlung: Messwerte, Schwellwerte und zulässige Zielknoten prüfen.
  • Migration blockiert: Storage-, Netzwerk-, Gruppen- und Geräteabhängigkeiten kontrollieren.
  • Wiederholte Gegenmigration: Empfindlichkeit reduzieren und Wartezeit erhöhen.
  • Unvollständige Messwerte: Monitoring-Dienst und Erreichbarkeit der Knoten prüfen.

Betriebscheckliste

  • Cluster-Health und Kapazität täglich kontrollieren.
  • Empfehlungen vor der Ausführung fachlich bewerten.
  • Regelverletzungen und fehlgeschlagene Migrationen dokumentieren.
  • Automatisierungsparameter nach größeren Änderungen erneut validieren.
  • Für jede Änderung eine nachvollziehbare Rückrollmöglichkeit erhalten.